Schwäbischer Whisky Walk

Mehrere Whiskydestillerien in einer Ortschaft – das gibt es nur in Schottland? Falsch: Auf der Schwäbischen Alb, in dem 3000-Seelen-Dorf Owen (gesprochen: Auen), haben sich gleich drei kleine Brennereien etabliert. Die älteste, Gruel, existiert bereits seit fast 30 Jahren, Bellerhof und Berghof Rabel sind seit ca. 20 Jahren aktiv. Alle drei blicken zudem auf eine weit längere Tradition als Obstbrennerei zurück.

Begrüssung durch die Schwäbische Whisky-Botschafterin Angela Weis.

Auf dem geführten Schwäbischen Whisky Walk bietet sich die Gelegenheit, alle drei Destillerien kennen zu lernen und zugleich eine kleine Wanderung durch die herrliche Landschaft des Biosphärengebiets Schwäbische Alb mit ihren weithin berühmten Streuobstwiesen unter die Füsse zu nehmen. Aufgrund der hohen Temperaturen fiel unser Weg allerdings etwas kürzer aus als üblich.

Wanderung
Auf dem Weg zur nächsten Destillerie.
Streubostwiesen im Abendlicht.
Gerste
Schwäbische Gerste

Insgesamt zehn Whiskys wurden verkostet, darunter auch Exoten wie der Albdinkel von Thomas Rabel oder der nur bei dieser Wanderung präsentierte „Whisky Walker – Owener Blended Whisky“ aus Bränden der drei Owener Destillerien. Zum Glück gab es zwischendurch eine Vesper, sonst wären wir wohl von den Beinen gekippt…

Immanuel Gruel
Immanuel Gruel bei der Führung durch seine Brennerei. Der „Tecker“ entsteht in einer sogenannten Verschlussbrennerei.
Dannes
Thomas Dannenmann erklärte uns den Brennvorgang des „Dannes“-Destillats. Ebenso wie Thomas Rabel produziert er in einer Abfindungsbrennerei.
Schaubrennerei
Thomas Rabel vom Berghof Rabel, wo er den „Owen“-Whisky brennt.

Natur in vollen Zügen

Nach einem holprigen Start mit Schnee bis in den Mai zeigt sich der Frühling von seiner schönsten Seite.

Mainau. Traubenhyazinthe.

 

Romanshorn. Blühender Kirschbaum

 

Pfahlbauten Unteruhldingen. Bachstelze beim Nestbau

 

Romanshorn. Wilde Margeriten
Oban

Schottland – Abschied von Islay

Das letzte Tasting auf Islay führte uns zu Bruichladdich, wo wir im Warehouse zwar nur drei Drams verkosten konnten, die hatten es aber sowohl mengenmässig als auch von der Qualität in sich. Neben einem Port Charlotte und einem Octomore servierte uns Frazer noch einen Bruichladdich, der 1989 in ein Bourbonfass gefüllt worden war. Nach der Tour stürzten Leo und ich uns noch auf die neueröffnete Ginbar im Bruichladdich-Shop, wo Heather uns unter anderem einen genialen Drink mit Brennnesselsirup und dem hauseigenen Botanist servierte.

Bruichladdich
Bruichladdich Warehouse – vor dem Tasting, noch halbwegs nüchtern.

 

Bruichladdich
Heather an der Ginbar

 

Bruichladdich
Gindrinks mit Botanist

 

Bruichladdich
Bruichladdich – im Warehouse

Am nächsten Tag ging es wehmütig mit der Fähre wieder zurück aufs Festland, wo Stefan und ich noch ein paar Tage in Oban verbrachten. Wir nutzten die Zeit zu einem Besuch im Arduaine Garden sowie im Glen Orchy und im Glencoe. Auf der Rückfahrt zum Flughafen besuchten wir ausserdem noch die Aberfeldy Distillery im gleichnamigen Ort.

Glen Orchy
Glen Orchy

 

Aberfeldy – Jonathan zeigt anhand durchsichtiger Fässer, wie viel Whisky im Lauf der Jahre als „Angel’s Share“ aus dem Fass verdunstet.

 

Aberfeldy
Aberfeldy Distillery

 

Oban
Oban – Fähre nach Mull

 

Oban
Oban – Blick aus dem Fenster

 

Buachaille Etive Mor
Buachaille Etive Mor
Laphroaig

Schottland – 3-Destillerien-Weg auf Islay

Aufgrund massivem Whiskyüberdruss und leichten Zahnschmerzen verzichtete ich am Samstag auf die Cask Strength Experience bei Caol Ila und nahm den 3-Destillerien-Weg an der Südküste Islays in Angriff. Auf 3,5 Meilen liegen dort Laphroaig, Lagavulin und Ardbeg. Ein schöner Nachmittagsspaziergang, nur getrübt durch die Tatsache, dass das wunderbare Café bei Ardbeg erst ab Ostern am Wochenende geöffnet ist.

Laphroaig - Wall of Taste
Laphroaig – Wall of Taste. Auf der Kachelwand zitiert die Distillerie Geschmacksnotizen ihrer Kunden.

 

Ardbeg
Blick auf die Ardbeg Distillery.

 

Ardbeg
Ardbeg

Am Sonntag, wiederum bei schönem Wetter, stand nach einer Stippvisite am Loch Gruinart der Besuch der Machir Bay im Westen auf dem Programm. Gemeinsam mit der halben Inselbevölkerung, die sich am Strand aber mehr oder weniger verlor, genossen wir den Sand und die Wellen und staunten über den Wagemutigen, der sich in das eiskalte Wasser stürzte. Danach ging es weiter nach Portnahaven und dann ins Port Charlotte Hotel zum Essen.

Machir Bay
Machir Bay

 

Machir Bay
Machir Bay

 

Schwimmer in der Machir Bay
Ein echter Schotte kennt keinen Schmerz.

 

Ardnave
Neugierige Kühe

 

Ardnave
Ardnave – Loch Gruinart

 

Ardnave
Noch etwas schüchtern…

 

Ardnave
Ardnave Cross

 

Jura

Schottland – Jura

Der März verabschiedete sich mit wahrem Aprilwetter. Bei strömendem Regen setzten wir mit der winzigen Fähre von Port Askaig zur Insel Jura über, die nur fünf Minuten entfernt liegt. Wir wollten zum einen die Gindistillerei Lussa in Ardlussa besuchen, zum anderen der Jury Distillery einen Besuch abstatten. Der Regen legte nahe, erst die lange Fahrt nach Ardlussa in Angriff zu nehmen. Von Jura heisst es, dass es dort mehr Hirsche als Einwohner gibt. Doch auch den Wildtieren war bei dem Wetter nicht zum Posen zumute. Hier eines der Tiere, das uns aus sicherer Entfernung argwöhnisch beäugte:

Hirsch auf Jura
Bei diesem Wetter werden sogar Hirsche depressiv.

 

Jura
Juras Hauptverkehrsachse von Craighouse nach Ardlussa.

Als die Strasse schliesslich im Nirwana endete, drehten wir um. Mehrere Anläufe, die Gindistillerie zu finden, verliefen ergebnislos, so machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Craighouse. Gestärkt durch ein wunderbares Mittagessen im Jura Hotel, wo wir auch den Lussa Gin kosten konnten (ein Traum, am nächsten Tag organisierte ich mir gleich eine Flasche davon), ging es zur Distillery-Tour. Mittlerweile liess sich auch die Sonne wieder blicken, und als wir die Fähre zurück nach Islay nahmen, herrschte strahlender Sonnenschein.

Jura Distillery
Jura Distillery

 

Jura Distillery
So entsteht also Whisky…

 

Jura Distillery
Jura Distillery

 

Ferry to Kennacraig
Die Fähre von Islay zum Festland.

Grund genug, auf der Fahrt nach Port Ellen im Ballygrant Inn noch einen Dram und einen Tee zu uns zu nehmen.

Ballygrant Inn
Ballygrant Inn – so sieht ein gut bestücktes Pub auf Islay aus.

 

Ballygrant Inn
Ballygrant Inn – zum Abschluss einen Dram im Biergarten.

 

Port Ellen Maltings
Port Ellen Maltings im Abendlicht

 

Schottland – Bowmore, Singing Sands

Ein Blick aus dem Fenster zeigte am Donnerstagmorgen hinter den Port Ellen Maltings einen wolkenlosen Himmel. Zeit für einen Bummel durch das Örtchen im Süden Islays.

Port Ellen im Morgenlicht
Port Ellen Maltings

 

Port Ellen
Port Ellen

 

Port Ellen
Port Ellen – Blick auf die auslaufende Fähre

 

Port Ellen
Port Ellen – die Hauptstrasse

Für ein Mitbringsel suchten wir danach die Islay Woolen Mill bei Bridgend auf. Die denkmalgeschützte Weberei kaufen Gordon and Sheila Covell Anfang der 80er-Jahre und retteten sie vor dem Untergang. Nach einer anfänglichen Durststrecke brachten Aufträge italienischer Designerhäuser und schottischer Destillereien zunehmend Erfolg. Zudem lieferte die Mill Stoffe für Filme wie „Braveheart“, „Rob Roy“ oder „Forrest Gump“.

Islay Woolen Mill
Islay Woolen Mill

 

Islay Woolen Mill
Die Mill produziert Stoffe für Destillerien und stattete unter anderem auch den Film „Braveheart“ aus.

 

Islay Woolen Mill
Islay Woolen Mill

Auf dem Rückweg ein Abstecher nach Bowmore:

Bowmore Distillery
Bowmore Distillery

 

Bowmore Hafen

Nachmittags besuchten wir die Singing Sands, die wir zwar noch nie singen hörten, die aber dennoch sehr malerisch sind. Unterwegs:

Highland Cow
So lässt es sich leben.

 

Carraigh Fada
Carraigh Fada – Leuchtturm

Und schliesslich die Sands:

Singing Sands
Singing Sands

 

Singing Sands
Singing Sands – Blick auf Port Ellen

Auf der Halbinsel Oa, wo sich auch die Singing Sands befinden, gibt es wilde Ziegen. Ein Schnappschuss:

Oa
Wilde Ziegen auf Oa

 

Carraigh Fada
Blick auf den Leuchtturm

 

Lagavulin

Schottland 2017 – Lagavulin

Kennacraig
Warten auf die „Finlaggan“, die uns auf Islay bringen wird.

Am zweiten Tag ging es mit der „Finlaggan“ nach Port Askaig und weiter nach Port Ellen, wo wir ein Haus gemietet hatten.

Unsere erste Tour führte uns zu Lagavulin, geplant war ein Warehouse-Tasting mit dem legendären Ian McArthur.

Pinkie
Ian „Pinkie“ McArthur – Bescheidenheit ist nicht seine Stärke.

Die Hoffnung, dass wir, wie 2015, nur wenige Teilnehmer sein würden, zerstob schnell. Im Gegensatz zum Sommer, wo bis zu 200 Teilnehmer erwartet werden, hielt sich die Zahl mit ca. einem Dutzend Whisky-Liebhabern jedoch in Grenzen. Spass hatten wir trotzdem mit sechs auserlesenen Fassproben, auch wenn Stefan und Leo auf dem folgenden Bild nicht begeistert wirken – alles nur Show.

Lagavulin
Warehouse Tasting

Nach dem Tasting und einem obligatorischen Gruppenbild wollten wir uns bei einem Spaziergang zur Ruine Dunyvaig etwas auslüften. Weit kamen wir allerdings nicht, da ein heftiger Schauer uns schnell wieder zum Auto zurücktrieb.

Lagavulin
Gruppenbild mit Pinkie und Leo
Lagavulin
Missglückter Spaziergang

 

Schottland 2017 – Tag 1

Tag 1: Edinburgh – Inveraray

10 Tage Schottland, davon eine Woche zu fünft auf Islay. Treffpunkt für die gemeinsame Überfahrt nach Islay war Inveraray, das uns Ende März bei strahlendem Sonnenschein empfing. Auf der Fahrt von Edinburgh machten Stefan und ich einen Zwischenstopp bei Deanston.

Deanston Distillery
Die Brennerei befindet sich in einer ehemaligen Baumwollspinnerei.

Die Distillerie hat die Gebäude einer Baumwollspinnerei übernommen und deshalb ein eher ungewöhnliches Layout. Aus dem naheliegenden River Teith generiert Deanston nicht nur den Strom für die eigene Destillerei, sondern speist auch Energie in das nationale Netz ein.

Deanston
Der Fluss Teith versorgt nicht nur die Brennerei mit Strom, sondern produziert auch Energie, die ins nationale Netz eingespeist wird.

Die Wartezeit auf die Tour mit Brian verbrachten wir im wunderschönen Distillerie-Café, das mit Produkten einer nahegelegenen Farm verwöhnt.

Distillerie-Café
Im Café

Im Warehouse befand sich früher die Spinnerei. Das spärliche Tageslicht kam durch einige Oberlichter, ansonsten war der Raum durch dicke Wände hermetisch abgeriegelt. Ideale Bedingungen, um Whiskyfässer zu lagern. In diesem Warehouse wurde übrigens zum Teil auch der Film „Angels Share“ gedreht. Ein Fass mit Unterschriften von Regisseur und Schauspielern zeugt davon.

Deanston Warehouse
Hier wurde früher Baumwolle gesponnen. Die Oberlichter sind nicht mehr vorhanden.

 

Fass mit Unterschriften
Das Fass mit Unterschriften von Ken Loach und Co.

Weiter ging es dann nach Inveraray, wo uns für Ende März sehr angenehme 17 °C und strahlender Sonnenschein erwarteten. Da das Schloss noch geschlossen war, bummelten wir am Loch Fyne entlang, wo wir später unsere Mitreisenden Leo, Oli und Andreas trafen.

Inveraray Castle
Leider noch geschlossen: das Schloss in Inveraray.

 

Loch Fyne
Am Loch Fyne